Eine Anweisung halb zu verstehen und den Rest zu erraten, kann aus einem kleinen Sprachfehler ein großes praktisches Problem machen. Klären Sie Auftrag, Menge und Termin. Nachfragen soll den Auftrag verständlich machen und nicht das Gespräch unnötig verlängern.

Die folgenden acht Sätze verwenden die höfliche Sie-Form. Wird am Arbeitsplatz du verwendet, können Sie die Form anpassen. Setzen Sie das Duzen jedoch nicht voraus. Die Beispiele dienen dem Sprachlernen, nicht als Geräte-, Sicherheits- oder Befugnisanweisung. Beginnen Sie einen unklaren gefährlichen Auftrag nicht auf Verdacht.

1. Eine Wiederholung erbitten

Könnten Sie das bitte wiederholen? — Eine höfliche Bitte um Wiederholung.

Der Satz hilft bei Lärm, Verbindungsproblemen oder zu schnellem Sprechen. Haben Sie nur einen Teil verpasst, benennen Sie ihn: „Den letzten Satz habe ich nicht verstanden.“ So wird klar, welcher Abschnitt wiederholt werden soll.

Dieselbe allgemeine Frage ohne Benennung der unklaren Stelle zu wiederholen, hilft wenig. Bleibt nach der ersten Wiederholung etwas offen, unterscheiden Sie: Geht es um Tempo, ein Wort oder die Aufgabe selbst?

2. Um langsameres Sprechen bitten

Könnten Sie bitte etwas langsamer sprechen? — Eine Bitte um ein etwas langsameres Sprechtempo.

Das hilft bei ungewohnter Aussprache oder langen Anweisungen. Fragen Sie selbst ruhig und deutlich. Sie bitten um ein verständliches Tempo und bewerten nicht die Sprache Ihres Gegenübers.

Bleibt auch der langsam gesprochene Satz unklar, reicht weniger Tempo nicht aus. Fragen Sie gezielt nach dem Begriff oder Arbeitsschritt. Nicken Sie nicht bis zum Gesprächsende, um Unverständnis zu verbergen.

3. Die Bedeutung im konkreten Zusammenhang klären

Was bedeutet „Freigabe“ in diesem Zusammenhang? — Eine Nachfrage zur Bedeutung von „Freigabe“ in dieser Situation.

Freigabe ist hier ein Beispiel. Im Betrieb kann damit eine Bestätigung oder Erlaubnis gemeint sein; der konkrete Prozessschritt muss geklärt werden. Ersetzen Sie das Wort in Anführungszeichen durch Ihren unbekannten Begriff.

Übertragen Sie die erste Wörterbuchübersetzung nicht auf jeden Ablauf. Möglicherweise müssen Sie klären, wer freigibt, wo die Freigabe sichtbar ist und was danach erlaubt ist. Sprachliche Bedeutung und betriebliche Befugnis sind unterschiedliche Fragen.

4. Den Auftrag mit eigenen Worten bestätigen

Habe ich richtig verstanden, dass ich die Unterlagen heute schicken soll? — Damit überprüfen Sie den verstandenen Auftrag und den Zeitpunkt.

So geben Sie die wichtigste Information zurück. Das Beispiel betrifft den Dokumentenversand, lässt sich aber auf andere sichere Übungssituationen übertragen. Sie prüfen nicht nur Gehörtes, sondern Ihr Verständnis.

Achten Sie auf Verneinungen und Ausnahmen. „Heute senden“ und „heute nicht ohne Freigabe senden“ sind verschiedene Aufträge. Nur „heute“ zu behalten, reicht nicht; wiederholen Sie auch die Bedingung.

5. Den Termin klären

Bis wann soll das fertig sein? — Eine Frage nach dem Fertigstellungstermin.

Fragen Sie nach Tag und gegebenenfalls Uhrzeit. „Schnell“ oder „später“ kann für beide Seiten Unterschiedliches bedeuten. Wiederholen oder notieren Sie den wichtigen Termin, sobald er eindeutig ist.

Die Frist zu kennen, bedeutet noch nicht, sie zugesagt zu haben. Schaffen Sie sie wegen anderer Aufgaben nicht, sagen Sie das offen und klären Sie Prioritäten. Versprechen Sie nichts verbindlich, bevor Sie die Umsetzbarkeit geprüft haben.

6. Nach der Reihenfolge fragen

Welche Aufgabe hat zuerst Priorität? — Damit fragen Sie, welche Aufgabe zuerst bearbeitet werden soll.

Das hilft bei zwei gleichzeitigen Aufträgen. Nennen Sie beide kurz und fragen Sie nach der Reihenfolge. Sie zeigen widersprüchliche Anforderungen auf, statt Verantwortung abzugeben.

Geben Sie die Anweisung einer Führungskraft gegenüber einer anderen nicht verfälscht wieder. Nennen Sie statt „Das soll ich überhaupt nicht machen“ den tatsächlich vereinbarten Auftrag und Termin. Bei Bedarf stimmen sich die Verantwortlichen direkt ab.

7. Um Vorführung oder Erklärung bitten

Könnten Sie mir bitte zeigen, wie ich diesen Schritt ausführen soll? — Eine Bitte, den konkreten Arbeitsschritt zu zeigen.

Beim ersten Lernen eines Ablaufs reichen Worte möglicherweise nicht. Benennen Sie den unklaren Schritt. Geben Sie nach der Vorführung mit eigenen Worten wieder, was Sie tun werden.

Bei Geräten und Sicherheit erlaubt einmaliges Zuschauen noch keine selbstständige Arbeit. Klären Sie erforderliche Unterweisung und Befugnisse mit der verantwortlichen Person. Der Satz ersetzt keine offiziellen Sicherheitsabläufe.

8. Unsicherheit vor dem Fortfahren ansprechen

Ich bin mir bei diesem Schritt noch nicht sicher. Können wir das bitte zuerst klären? — Damit machen Sie deutlich, dass vor dem nächsten Schritt noch Klärungsbedarf besteht.

Der Satz zeigt offen, dass das Problem noch besteht. Ergänzen Sie die fehlende Information: Menge, gewählte Datei, Freigabe oder Ablauf. Eine konkrete Frage nach „Ich weiß es nicht“ führt das Gespräch sinnvoll weiter.

Warten Sie bei akuter Gefahr nicht lediglich auf eine gewöhnliche schriftliche Antwort. Befolgen Sie die betrieblichen Sicherheits- und Meldeverfahren. Ein Sprachbeispiel ist keine vollständige Notfallanweisung.

Übungsdialog: Unterlagen versenden

Vorgesetzte Person: Bitte schicken Sie die Unterlagen heute an Frau Weber, aber erst nach meiner Freigabe.
Mitarbeitende Person: Habe ich richtig verstanden, dass ich auf Ihre Freigabe warten soll?
Vorgesetzte Person: Ja. Ich melde mich nach der Prüfung.
Mitarbeitende Person: Danke. Bis wann soll die Sendung spätestens rausgehen?

Das ist ein Übungsbeispiel, kein tatsächlicher Unternehmensdialog. Die entscheidende Bedingung lautet, auf die Freigabe zu warten. Die beschäftigte Person handelt nicht allein aufgrund von „heute senden“ und fragt anschließend nach dem spätesten Termin. So werden Handlung, Bedingung und Zeitpunkt getrennt.

Eine kleine Übung zur Selbstkontrolle

SituationWelcher Satz passt am besten?
Der letzte Satz ging im Lärm unter1: Wiederholung
Zwei Aufgaben haben denselben Termin6: Priorität
Begriff bekannt, Bedeutung im Ablauf unklar3: Bedeutung im Zusammenhang
Versand ohne Freigabe unklar4 oder 8: Bedingung klären

Wählen Sie nicht nur eine Nummer. Sprechen Sie zu jeder Situation die Frage laut aus und geben Sie die Antwort mit eigenen Worten wieder. Wiederholen Sie die Übung mit anderem Datum oder Auftrag. Ein gelernter Satz muss sich an neue Informationen anpassen lassen.

Weitere Übungen zur beruflichen Kommunikation finden Sie im Bereich Deutsch am Arbeitsplatz des Goethe-Instituts. Selbstständiges Üben können Sie mithilfe der Übersicht zu Online-Ressourcen planen. Ziel ist, unklare Aufträge richtig zu klären, statt sie unverstanden schnell auszuführen.

Häufige Fragen

Zeigt Nachfragen, dass mein Deutsch schlecht ist?

Eine genaue Frage zeigt, welcher Teil unklar ist. Informationen zu prüfen, ist besser, als unverstanden zu handeln. Benennen Sie das unklare Wort oder die Bedingung statt wiederholter allgemeiner Fragen.

Soll ich immer Sie verwenden?

Hier steht die höfliche formelle Anrede. Beobachten oder erfragen Sie, welche Anrede im Team vereinbart ist. Die Verwendung von du gegenüber einer Person bedeutet nicht, dass Sie alle Führungskräfte und Kunden duzen dürfen.

Darf ich die Anweisung in eine Übersetzungs-App eingeben?

Bei allgemeinen Sprachfragen kann das helfen. Geben Sie jedoch keine vertraulichen Informationen in einen externen Dienst ein. Verlassen Sie sich bei fachlicher Bedeutung und Sicherheit nicht allein auf die Übersetzung; fragen Sie die zuständige Person.

Reicht ein einfaches Ja oder Nein?

Bei komplexen Aufträgen ist es genauer, Handlung, Termin und Bedingung zu wiederholen. So prüfen beide Seiten ihr gemeinsames Verständnis. Entscheidend sind die Kerninformationen, keine unnötig lange Wiederholung.